Im Wildwasser auf Kurs

Elena Apel ist vielseitig: Die Augsburgerin hat sich im Kajak (Bild) und Canadier für die WM qualifiziert.

Augsburger Paddler
können für die
WM-Saison planen

Bundestrainer Sören Kaufmann hält es schlichtweg für „phänomenal“ wie sich die erst 20-jährige Elena Apel geschlagen hat. Die Wildwasserkanutin hat bei der WM-Qualifikation das Kunststück geschafft, sich gleich in zwei Bootskategorien für die Slalom-Nationalmannschaft zu qualifizieren. „Ich hätte nicht gedacht, dass ihr das gelingt“, gibt Kaufmann zu. Die Sportlerin muss sich innerhalb kürzester Zeit umstellen: Zunächst muss sie im Kajak mit dem Doppelpaddel hantieren, dann greift sie im Canadier zum Stechpaddel – alles in einem engen Korsett des Zeitplans.  „Aber Elena ist ein Wettkampftyp“, lobt Kaufmann die Tochter seines Bundestrainerkollegen Thomas Apel, die vor der Qualifikationsserie (Vier Rennen, ein Streichresultat) aus gesundheitlichen Gründen (Schulter, Rücken) gezwungenermaßen ihr Trainingspensum reduziert hatte.

Doch bereits bei den beiden Rennen im sächsischen Markkleeberg zeigte Apel junior ihre Fähigkeiten sich im Strudel des Wildwassers zurechtzufinden. Die Augsburgerin (Kanu Schwaben) gewann beide Canadier-Rennen, nach den Läufen auf dem Augsburger Eiskanal (Ränge drei und vier) hat Apel Rang eins in dieser Bootsklasse sicher und erhält zehn Punkte für die Olympiaqualifikation. Nur wer nach den Weltcups in London  und Markkleeberg sowie der WM in Spanien die meisten Zähler vorweisen kann, darf für die Spiele in Tokio 2020 planen.

Heiß gehandelt als Olympiakandidatin wird bereits zu dieser Jahreszeit Ricarda Funk. Die in Augsburg lebende Kajakfahrerin des KSV Bad Kreuznach dominierte die Qualifikation für die Slalom-Nationalmannschaft nach Belieben. Vier Rennen, vier Siege heißt die beeindruckende Bilanz der 27-Jährigen , die im Abschlussrennen der Konkurrenz um über neun Sekunden voraus war. „Es lief einfach perfekt, ich habe mich gefühlt wie in einem Tunnel“, zog sie zufrieden Bilanz und merkte lächelnd an, dass sich ihre Pläne für die Paddelpause in den nächsten Tagen wohl nicht verwirklichen lassen. „Ich wollte zum Friseur, aber der hat keinen Termin mehr frei.“

Wie Ricarda Funk ist auch Hannes Aigner im Kajak die Nummer eins – im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft und seit Sonntag in der Abschluss-Rangliste deutschen WM-Qualifikation. Nach seinem Sieg am Samstag in Augsburg konnte er es locker verschmerzen, dass der Dienst am Sonntag bereits nach dem Halbfinale (Rang 14) beendet war. „Ich hatte weniger Druck, da können einem schon Leichtsinnsfehler unterlaufen“, meint der 30-Jährige, der schon zweimal an Olympia teilnahm (2012 Rang drei, 2016 Platz vier).

Sideris Tasiadis gewann  die deutsche WM-Qualifikation.

Auch Sideris Tasiadis (Schwaben Augsburg) war bei den Spielen in London (Silber) und Rio (Rang fünf) erfolgreich gewesen. Für den Platz im Team für Tokio 2020 muss der Canadierfahrer noch mit harter Gegenwehr rechnen. Weltmeister Franz Anton aus Leipzig gewann wie Tasiadis zwei Rennen der WM-Qualifikation. Nur dank des bessseren Platzes im Streichrennen sicherte sich der Augsburger Rang eins in der Endrangliste. Den dritten Rang belegte ebenfalls ein Paddler aus der Olympiastadt von 1972. Florian Breuer (AKV) feiert damit nach langer gesundheitsbedingter Pause ein erfolgreiches Comeback.

Die Rangliste nach der WM-Qualifikation

Florian Breuer
Florian Breuer kehrt ins Nationalteam zurück.

Kajak Männer: 1. Hannes Aigner (Augsburg), 2. Tim Maxeiner (Wiesbaden), 3. Fabian Schweikert (Waldkirch)
Kajak Frauen: 1. Ricarda Funk (Bad Kreuznach), 2. Elena Apel (Augsburg), 3. Jasmin Schornberg (Hamm)
Canadier Frauen: 1. Elena Apel, 2. Andrea Herzog (Leipzig), 3. Jasmin Schornberg,
Canadier Herren: 1. Sideris Tasiadis (Augsburg), 2. Franz Anton (Leipzig), 3. Florian Breuer (Augsburg)

 

 

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