Panther als Bierbrauer

Eishockeyprofis als Bierbrauer (von links): John Rogl, Adam Payerl und Matt Fraser lassen von Brauereichef Sebastian Priller-Riegele in die Geheimnisse des bayerischen „Nationalgetränks“ einweisen.

Matt Fraser
fühl sich in
Augsburg großartig

Bereitwillig posieren Matt Fraser, Adam Payerl und John Rogl vor dem Sudkessel in der Brauerei Riegele. Für die drei Pantherprofis ist der Termin neu, doch er gehört seit zwei Jahrzehnten zum willkommenen Ritual im Saison-Vorprogramm des Eishockey-Erstligisten. Er kann als einziges DEL-Mitglied ein eigenes Bier (Panther pur) bieten. Die Panther und Riegele sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team, Brauereichef Sebastian Priller-Riegele ein Fan des schnellen Spiels auf dem Eis.

Für Matt Fraser ist das Curt-Frenzel-Stadion erst seit einigen Wochen der Arbeitsplatz. „Bislang ist alles sehr angenehm, die Menschen hier sind großartig“, findet der 28-jährige Kanadier, der sogar einige Jahre in der weltbesten Liga NHL aufs Eis durfte. „Für die Boston Bruins habe ich sogar einmal in der Verlängerung das Siegtor erzielt“, beschreibt er einen seiner Lieblingsmomente in Nordamerika. Fast 90 Spiele hat er für Boston, Dallas und Edmonton bestritten. 2015 war Schluss. „Es ist schwer in die NHL hineinzukommen und dort auch zu bleiben“, sagt der Mann aus Red Deer in Alberta.  Die Liga  ist der Traum jedes Eishockeyprofis in Nordamerika, die Arbeitsplätze sind entsprechend heiß begehrt. Die Leistung muss stimmen, aber auch das Timing kann von Vorteil sein.  Es kommt darauf an zur rechten Zeit am rechten Fleck zu sein.

Matt Fraser beschloss nach einem Jahr in der unterklassigen AHL seine Karriere in Europa fortzusetzen. Im schwedischen Rögle wollte der Außenstürmer seinen Ruf als Torjäger erneuern – und wurde schnell ausgebremst. Nach einem Insektenstich streikte sein Körper. Die Gelenke schmerzten, nach über einem halben Jahr Pause wusste Fraser nicht genau, ob er sich einen anderen Beruf suchen muss oder doch Profi bleiben kann.

Der Kanadier bewies Geduld und wagte einen Neuanfang in Österreich. Die internationale EBEL-Liga gehört zwar nicht zu den ersten Eishockey-Adressen in Europa, für Fraser war Dornbirn  aber das richtige „Entmüdungsbecken“. Im Vorarlberger Wohlfühlklima lief er zur großer Form auf. Mit 27 Treffern gehörte er zu den erfolgreichsten Angreifern der Vorrunde, das Spitzenteam aus Linz wollte sich die Dienste von Fraser sichern, aber der Umworbene entschied sich dafür das Angebot der Panther und deren Trainer Mike Stewart anzunehmen. „Ich will mich in der stärkeren Liga durchsetzen“, begründet er seine Entscheidung. Das Salär stand nicht im Vordergrund, auch wenn Fraser überzeugt ist, dass „ich mit all meiner Erfahrung heute ein besserer Spieler bin als vor vier Jahren in der NHL“.

Matt Fraser hält viel von seinem Trainer Mike Stewart und dessen zahlreichen Systemvarianten. „Er fordert viel, das zwingt einen dazu in jedem Training aufmerksam zu bleiben.“ Noch weiß der Kanadier nicht , welche Sturmpartner er zum DEL-Start haben wird. Am Freitag kommt jedoch erst einmal Linz zum Abschlusstest nach Augsburg.

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