Augsburg als zweite Heimat

Pantherstürmer Trevelyan
will noch lange
Eishockeyprofi bleiben

Es ist die Geschichte einer außergewöhnlichen Beziehung. Als der Kanadier Thomas Jordan (T.J.) Trevelyan im Jahr 2011 seinen Eishockeydienst bei den Augsburger Panthern antrat, war es für den Außenstürmer zunächst nur eine weitere Station in einer erfolgreichen Laufbahn. Inzwischen hat sich das geändert. „Augsburg ist eine zweite Heimat für mich“, sagt der 34-Jährige, der sich mit dem aktuellen AEV-Team auf seine achte Panthersaison vorbereitet. Trevelyan hat das Eishockey und den Lifestyle in Europa schätzen gelernt, seine beiden Kinder Quinn (zwei Jahre) und Tessa (sieben Monate) sind in Augsburg geboren und der Kanadier kann den Großteil seiner Interviews in deutscher Sprache geben. „Ich habe immer noch ein wenig Angst, wenn ich deutsch sprechen muss. Das Lesen fällt mir leichter“, sagt Trevelyan, der sich um einen deutschen Pass bewirbt.

Das Einbürgerungsverfahren läuft, zum genauen Stand wollen sich weder der Eishockeyprofi noch sein Arbeitgeber äußern. Die Panther haben in ähnlichen Fällen die Erfahrung gemacht, dass sich so ein Prozess lange hinziehen kann. Aktuell ist es so, dass der Erstligist zehn ausländische Profis unter Vertrag hat, von denen nur jeweils neun pro Punktspiel eingesetzt werden dürfen. Trevelyan fühlt sich fit für den Konkurrenzkampf. „Ich hoffe, dass ich gesund bleibe“, beschreibt er seine Gefühle vor der neuen Eiszeit. In der vergangenen Saison blieb er verletzungsfrei, was für den schnellen Angreifer beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Trevelyan war der große Pechvogel der Panther und kam des halb in sieben Spielzeiten nur auf 278 Partien für Augsburg.

Trotz der zahlreichen Knochenbrüche und Bänderrisse hat er über 170 Scorerpunkte (Tore und Vorlagen) gesammelt und sich in der Augsburger DEL-Statistik den vierten Platz hinter dem AEV-Idol Duanne Moeser, dem russischen Torjäger Sergej Vostrikov und Edeltechniker Harald Birk gesichert. „Vielleicht kann ich ja Duanne noch einholen“, sagt Trevelyan und lächelt. Er weiß, dass Sportmanager Moeser seine knapp 300 Punkte in weit über 500 DEL-Partien erreichte und für ihn derartige Werte wohl nicht zu erreichen sein werden. „Gerade in der vergangenen Saison hat mir das Puck-Glück häufig gefehlt“, meint Trevelyan mit Blick auf die 18 Zähler in der Spielzeit 2017/18. Der Noch-Kanadier und auch seine Kollegen mussten einige Enttäuschungen verkraften. „Wir haben viele Spiele mit einem Tor Unterschied verloren.“

Im kommenden Winter soll es besser laufen für das neuformierte Team mit der Konstante namens Trevelyan. Für ihn wird Eishockey noch länger eine wichtige Rolle spielen. Als Vorbild könnte  Pantherverteidiger Arvids Rekis dienen, der in der kommenden Saison seinen 40. Geburtstag feiert.  Angreifer Trevelyan fühlt sich pudelwohl in Augsburg, „nur die Familie ist leider weit weg.“ Den Sommerurlaub in Übersee hat der Kanadier deshalb  zu einem Florida-Urlaub mit seinen Eltern genutzt. Das einzige Sorgenkind im Haus Trevelyan ist derzeit Joey. Der Labrador ist gesundheitlich angeschlagen und muss operiert werden.

Trevelyan genießt die neue Eiszeit und hat sich nicht nur bei den Panthern auf Herausforderungen eingestellt. „Mein Sohn Quinn kommt im September in die Kinderkrippe und wird dort bestimmt schnell deutsch lernen.“ T. J.  fühlt sich unter Zugzwang und hofft, dass der Nasenbeinbruch, der ihn derzeit außer Gefecht setzt, das letzte größere Malheur in dieser Saison bleibt.

 

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