Tag eins beim Augsburger Kanuweltcup

Hannes Aigner in seinem Vorlauf beim Kanu-Weltcup.

Deutsche Starter
lassen
aufhorchen

Sideris Tasiadis (Schwaben Augsburg) musste am Freitag zeitig raus: Der Olympiazweite im Canadier-Einer von London 2012 war beim Slalomweltcup auf dem Augsburger Eiskanal zur Frühschicht eingeteilt und musste seinen Vorlauf bei Dauerregen bestreiten. Das störte ihn jedoch nicht sonderlich. Souverän meisterte der 28-jährige Gesamtweltcupsieger von 2017 die 24 Tore und verabschiedete sich mit Bestzeit ins Halbfinale. Für die Endläufe am Samstag und Sonntag sind auch andere deutsche Starter gerüstet. Die Kajakfahrer Fabian Schweikert (Waldkirch, Rang zwei) und Sebastian Schubert (KR Hamm, Platz drei) zeigten sich zwischen den Torstäben ebenso treffsicher wie Ricarda Funk (Bad Kreuznach, Rang zwei).

Nicht ganz so reibungslos begann der Weltcup für zwei Augsburger. Hannes Aigner (Augsburger Kajakverein) sah im Kajak-Einer nach seinem 21. Platz noch großen Verbesserungsbedarf. „Ich hatte zwei Torstabberührungen und einen  weiteren Hänger“, erklärte der Olympiadritte von London 2012 seinen Rückstand. Elena Apel (Schwaben Augsburg), immerhin EM-Dritte im Canadier-Einer, musste sogar einen Zusatzlauf bestreiten, weil es zunächst nur zu Platz 37 gereicht hatte. „Da hatte ich an einer Stelle große Probleme.“ Umso glücklicher war die 19-Jährige über ihren Sieg im zweiten Vorlauf. Aus dem deutschen Team hatte nur Canadierfahrer Lennard Tuchscherer am Ende kein Erfolgserlebnis, Der junge Leipziger schied als 21. des zweiten Vorlaufes aus.

Ingo Kriesinger mit Tochter Lara

Auch Ingo Kriesinger wird im Kajak-Halbfinale am Sonntag fehlen. Das war für den Lehrer für Deutsch und Englisch am Augsburger Bayernkolleg allerdings keine große Überraschung. Immerhin wird der für Belgien startende Pädagoge am kommenden Freitag bereits 51 Jahre alt. „Mein bestes Resultat war der siebte Platz bei einer Europameisterschaft. Das ist aber schon länger her“, erzählt er und lächelt nach seinen beiden Vorläufen (53. und 30.).  Von seiner großen Erfahrung profitieren nun seine Töchter Janina (18) und Lara (13), die ebenfalls Gefallen am Paddelgeschäft gefunden haben.

Marketingleiter Merlin Holzapfel

Merlin Holzapfel hat seine Slalomlaufbahn beendet, der Kanuweltcup bedeutet für ihn jedoch Stress pur. Der 27-jährige BWL-Student hat als Marketingleiter der Kanu Schwaben die Nachfolge von Karl Heinz Englet angetreten, der über Jahrzehnte den Kontakt zu den Sponsoren hielt. Holzapfel, als Bratschist auch ein  musikalisches Talent, packt an. Er verlegt Elektokabel, schleppt Plastikplanen und hat dem Weltcup mit seiner Vorstellung von Rahmenprogramm ein jugendliches Image mit Streetfoodstationen samt Gin-Bar verpasst. „Einfach irre“, findet Hans-Peter Pleitner, der Präsident des Gesamtvereins TSV Schwaben Augsburg, mit welcher Begeisterung sich Holzapfel seiner neuen Aufgabe widmet. „60-Stunden-Wochen waren vor dem Weltcup die Regel“, gibt Holzapfel zu. Horst Woppowa, als langjähriger Chef der Kanu Schwaben inzwischen von Hans Koppold abgelöst, steht sichtlich zufrieden am Eiskanal. „Ich bin stolz darauf wie gut uns im Verein der personelle Übergang gelungen ist.“

Zufriedene Organisatoren: Hans-Peter Pleitner, links, und Horst Woppowa

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