Neuer Steuermann für die Frauen

Andre Ehrenberg trainiert
die Nationalmannschaft
im Slalom

Der blonde Mann kennt den Eiskanal wie seine Westentasche. In Augsburg schuf Andre Ehrenberg die Basis für seine sportlichen Erfolge. Gemeinsam mit Michael Senft paddelte sich der gebürtige Braunschweiger von Augsburg aus in die Weltklasse der Slalomkanuten, Spezialdisziplin Zweier-Canadier. Sogar olympisches Edelmetall gewann Ehrenberg im Zweiertakt mit seinem Kollegen vom RJKV Bad Kreuznach. 1996 bei den Spielen in Atlanta hatten die Slalomkanuten ihr ganz eigenes Revier – nicht im US-Staat Georgia, sondern auf dem Ocoee-River in Tennessee.

Neuer Frauen-Bundestrainer: Andre Ehrenberg. Foto: Peter Deininger

Ehrenberg/Senft fuhren hinter den Franzosen Adisson/Forgues und den Tschechen Rohan/Simek auf den dritten Platz. Der Kanuslalom  ist immer noch die Spezialität von Ehrenberg, im Alter von 46 Jahren hat er Anfang Januar seine neue Stelle als Bundestrainer für die Frauen-Nationalmannschaft angetreten. Es ist ein neuer Mosaikstein in einer langen Trainerkarriere.  Der Familienvater mit  Wohnsitz in Mering bei Augsburg war zwischen 2006 und 2008 ein Taktgeber bei den Kanuten in China und Polen, seit 2009 kümmerte er sich als Stützpunkttrainer am Augsburger Leistungszentrum um den talentierten Nachwuchs.

Inzwischen ist er wieder in der A-Nationalmannschaft angekommen. Den Posten als Bundestrainer  hatte bis 2016 Stefan Henze inne. Der frühere Canadier-Weltmeister starb bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro an den Folgen eines Autounfalls. 2017 übernahm Michael Seibert aus Lippstadt als Honorartrainer, nun hat Ehrenberg übernommen. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit den höchst talentierten Frauen wie Exweltmeisterin Jasmin Schornberg (KR Hamm) oder die Medaillensammlerin Ricarda Funk vom KSV Bad Kreuznach (EM-Gold 2014, WM-Silber 2015, WM-Bronze 2017).

Ehrenberg sieht sich nicht als Revolutionär, sondern als Helfer der Athletinnen.  „Das sind Sportlerinnen, die bereits  viel erreicht haben.  Für mich geht es in erster Linie darum mich mit den Frauen abzustimmen, wie wir gemeinsam das bestmögliche Ergebnis erreichen können.“ Große Änderungen in seinem Berufsleben erwartet er nicht. „Ich werde wie bisher viel unterwegs sein.“ Für Februar ist ein Warmwasser-Lehrgang in Australien vorgesehen.

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*