Augsburg war die zweite Heimat

Ex-Panther Tommy Jakoben
Tommy Jakobsen mit seinen Söhnen Noah (rechts) und Theodor.

Tommy Jakobsen denkt
in Norwegen gerne an
seine Pantherzeit zurück

Eishockeyprofis aus aller Welt zieht es Jahr für Jahr in die DEL. Viele finden in der Liga nur für einige Monate einen Arbeitsplatz und ziehen dann weiter. Der Norweger Tommy Jakobsen war kein Legionär dieser Sorte. „Augsburg war für mich und meine Frau wie eine zweite Heimat. Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass wir so lange nicht mehr da waren“, gibt der 46-Jährige zu.

Nummer 70 Augsburger Panther
Klein, aber oho: Der Norweger Tommy Jakobsen war einer der Stars der Augsburger Panther zwischen 1996 und 2002. Foto: Siegfried Kerpf

Immerhin hat der kleine Verteidiger mit dem großen Gefühl für das  Gleiten auf dem Eis sieben Jahre seiner Karriere im Curt-Frenzel-Stadion verbracht. Von 1996 bis 2002 bestritt Jakobsen über 300 Spiele für die Panther und kehrte meistens nicht einmal im Sommer in seine norwegische Heimat zurück. „Meine Frau Mariana hat in Augsburg Medienpädagogik studiert. Wir haben uns gefühlt wie in einer Großfamilie“ betont der Abwehrspieler, der über 400 Länderspiele bestritt und seine Laufbahn erst 2013 in Lorenskog beendete.

Bei den Panthern brachte es Jakobsen auf fast 100 Scorerpunkte und erreichte unter der Leitung der Trainer Gary Prior, Bob Manno, Daniel Naud und Gunnar Leidborg fast immer die Play-offs. Dennoch entschloss sich der „Wikinger“ 2002 zu einem Wechsel zum achtfachen deutschen Meister Düsseldorfer EG. „Dort konnte ich mit meinen Landsleuten Trond Magnussen und Tore Vikingstad zusammenspielen.“ Finanzielle Gründe hätten nicht die Hauptrolle gespielt, versichert er. Seine Verabschiedung in Augsburg „war echt der Hammer“, erinnert er sich gerne zurück.

Mit der DEG gewann er  die deutsche Vizemeisterschaft, im Rheinland wurde sein erster Sohn Noah (heute 13 Jahre) geboren, Theodor ist sieben. Seit 2010  – nach drei Jahren im österreichischen Graz – lebt die Familie Jakobsen wieder in der Heimat. In Lorenskog, einem Vorort von Oslo, ist Eishockey nur noch eine schöne Nebensache. Als Nachwuchstrainer freut sich der frühere Nationalspieler über die Fortschritte seiner Söhne. In der nationalen Eliteliga fehlt es am Geld, hat der ehemalige Verteidiger festgestellt. Viele Spieler müssen sich zusätzlich einen Job suchen, können nur semiprofessionell Eishockey spielen.

Jakobsen war nach seinem Ausstieg zunächst in der Immobilienbranche tätig, inzwischen vermittelt er als „Headhunter“ Arbeitskräfte in der Baubranche. Seine Informationen über die  Panther bezieht er über  den ehemaligen Manager Manfred Wiedemann und Betreuer Volker Reinhardt in den sozialen Medien.  „Deshalb bin ich ganz gut informiert.“ Das umgebaute Curt-Frenzel-Stadion wäre aber eine Reise wert, weiß Jakobsen.

 

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