Ein junger Mann ist zurück an der Basis

Timo Bakos im Trikot von Red Bull Salzburg
Timo Bakos, AEV, spielte vergangene Saison für Red Bull Salzburg.

Timo Bakos  war im Eishockey-Paradies,

spielt aber lieber für den AEV

Die Entscheidung fiel dem 17-jährigen Timo Bakos nicht leicht. „Ich habe lange gegrübelt, was ich machen soll.“  Fast ein Jahr war der  Junioren-Nationalspieler im Eishockey-Paradies für talentierte Nachwuchskräfte. In Salzburg-Liefering hat der Brausegigant Red Bull ein imposantes Ausbildungszentrum für Fußballer und Eishockeyspieler geschaffen, das den jungen Sportlern beste Bedingungen bietet:  Auf  knapp 100 000 Quadratmetern werden die Talente nach modernsten Gesichtspunkten unterrichtet. Elf Monate hat sich Timo, der Sohn des 100fachen Nationalverteidigers Michael Bakos, in dem Spannungsfeld zwischen Eishockey und Schule bewegt. „Sportlich lief es richtig gut, die Schule dagegen war eine Enttäuschung“, bedauert der Stürmer. Der Standard  der Handelsschule entsprach nicht dem Niveau der Ausbildung mit dem Puck. Da Bakos junior aber Wert auf einen auch in Deutschland gültigen Schulabschluss legt, entschloss er sich nach Rücksprache mit seinen Eltern zur Rückkehr an die Realschule in Neusäß. Dort will er nächstes Jahr seine mittlere Reife machen, Eishockey spielt er wieder beim AEV – in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) der Altersklasse U19.

Timo Bakos

Bislang läuft es für Timo Bakos und seine Kollegen hervorragend. Die Augsburger haben sich bereits für die zweite DNL-Runde mit den besten acht der 15 Teams qualifiziert, werden aber am Wochenende im Curt-Frenzel-Stadion  (Samstag, 18 Uhr und Sonntag 11.30 Uhr) zweimal mit dem deutschen Meister Adler Mannheim konfrontiert.  AEV-Trainer Michael Bakos muss dabei nach den harten Spielen gegen Ingolstadt auf einige angeschlagene Spieler verzichten. Sohn Timo hatte bereits vor den beiden Partien ein Erfolgserlebnis. Der Mittelstürmer erhielt eine Einladung für die deutsche U18-Nationalmannschaft und ist froh, dass er bislang keine gesundheitlichen Probleme hat.

Vergangene Saison in Salzburg musste er nämlich zweimal wegen einer Gehirnerschütterung pausieren. Doch Bakos hat auch sehr positive Ernnerungen an seine Zeit bei den Österreichern. Die Akademie bot fast alles, was das Herz des ehrgeizigen Nachwuchsathleten begehrt. Das perfekte Umfeld haben auch andere Augsburger schätzen gelernt. Außer Mick, dem Sohn von Panthertrainer Mike Stewart, wohnen auch Julian Chrobot und Philipp Sander im angeschlossenen Internat. Über zehn Stunden pro Woche gehen die Talente aufs Eis, Kameras zeichnen die Bewegungsabläufe der Spieler auf und ermöglichen modernste Leistungsdiagnostik. „Training, Schule, Essen, Training. Die Belastung ist derart hoch, dass ich  abends meist schon um 22 Uhr ins Bett ging“, erzählt Timo Bakos.

Mit der U18 des EC Red Bull bestritt der Stürmer Spiele in Tschechien, aber auch Turniere in den USA oder Skandinavien. „Das waren sehr  schöne Erlebnisse“, so Bakos im Blick zurück. Aber auch beim AEV unter der Anleitung des Vaters ist der Spaßfaktor hoch. Viel vorgenommen hat sich Timo für die Schule. „Früher habe ich das manchmal nicht so ernst genommen, jetzt bin ich voll motiviert“, versichert er. Erst nach dem Schulabschluss 2018 will er sich ganz auf das Eishockey konzentrieren.

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